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  • Writer's pictureKaroline Herzog

Ruhig, gelassen und authentisch

"DU musst ruhig bleiben."

Wer hat diesen Satz nicht schon von seinem Hundetrainer gehört! 

Haha.

Aber wie?

Theoretisch hat er ja recht, dein Hundetrainer. 

Aber meistens ist das nunmal leichter gesagt als getan.




Dieses Schild hängt schon seit 6 Jahren und 3 Wohnungen an meiner Wand.

Es ist für mich zum Mantra geworden, zum Kern dessen, wie ich sein will. Vor allem im Umgang mit Hunden.


In den letzten 6 Jahren bin ich auf diesem Weg schon viele Schritte gegangen und habe für mich gemerkt: da fehlt noch was.

Genauso wichtig wie Ruhe und Gelassenheit ist Authentizität!


Denn leider bringt es GAR nichts, so zu tun, als sei ich ruhig und gelassen, wenn es in mir ganz anders aussieht. 

Also, was kann ich dann tun?

Zuhause streiten sich die Kinder, ich komme nicht hinterher mit all dem was ich mir für heute vorgenommen habe.

Gottseidank kommt mein Mann nachhause und ich kann mir die Hunde schnappen und raus. 


Am liebsten ist es mir, wenn mir heute weit und breit niemand begegnet. 


Aber schon als ich am Parkplatz am Wald ankomme, steht da jemand und lädt seinen Hund aus, läuft genau das entlang, wo ich hin wollte. 

Nagut. 

Dann laufe ich eben in die andere Richtung. 


Ok, wir kommen ins Laufen, ich atme durch. 

Und dann kommt dahinten jemand mit seinem Tut-Nix um die Ecke. 

Boah, hab ich da grad keine Lust drauf. 

Nayeli merkt das sofort, Koko auch. 

Nayeli stellt das Fell, eine halbe Minute später hab ich zwei keifende Tölen an der Leine. 

Na herzlichen Glückwunsch.

Gegen Frust, Wut, Enttäuschung, Trauer anzukämpfen und so zu tun, als könnte ich meine Hunde jetzt noch souverän führen- das geht nicht. 

Denn dafür können unsere Hunde uns viel zu gut lesen und kennen uns viel zu gut. 

Also was dann? Wohin mit der Wut, der Enttäuschung, oder welchem Gefühl auch immer? 


Raus aus der Situation

Jetzt hilft alles nichts, ich muss erstmal durch diese Situation durch. Also, Würde runterschlucken, Hunde festhalten, Blick geradeaus richten und hoffen, dass vom anderen nicht auch noch ein blöder Spruch kommt.


Annehmen

Wenn der andere ums Eck ist, kümmere ich mich um mich.

Manchmal ist der erste Schritt, das Gefühl rauszulassen. Dann stampfe ich eben mit dem Fuß auf, schreie, bin laut, heule. Was auch immer. Hauptsache ehrlich.


Dann erlaube ich mir, dass dieses Gefühl da sein darf. Es ist ok.

Dagegen anzukämpfen hilft mir nicht und es hilft meinen Hunden nicht. Ich mache mich auch nicht fertig dafür, dass ich nicht ruhig und gelassen geblieben bin. Ich sage mir innerlich: Obwohl ich grade wütend bin, akzeptiere ich mich so, wie ich bin.

Manchmal sage ich es mit knirschenden Zähnen. Aber ich sage es. Und es hilft. Eigentlich immer.


Verarbeiten

Wie es dann weitergeht entscheide ich, je nachdem was ich in dem Moment brauche. Wenn es mir für heute reicht, beende ich die Situation und gehe zurück zum Auto. Und das ist ok.


Wenn möglich konzentriere ich mich auf meine Atmung. 

Bis 4 zählen beim Einatmen, bis 4 zählen beim Ausatmen. 

Dann laufe ich weiter, passe meine Schritte an die Atmung an. Schau mich um, sehe den blauen Himmel, höre die Vögel zwitschern, spüre den Wind um die Nase.


Und dann bin ich es wieder: ruhig und gelassen.



P.S.: Das alles klingt nach viel, wenn man sich noch nie so mit seinen Gefühlen auseinandergesetzt hat. Aber es ist -wie fast alles- schlussendlich nur: Übungssache.


P.P.S: Das Bild im Hintergrund stammt übrigens aus dem Wolfcenter Dörverden.

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